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Test Enduros

BMW R 1200 GS (2013)

Das meistverkaufte Motorrad in Deutschland wird laufend verbessert; dieses Modell 2013 ist von Grund auf neu konstruiert, hat nun einen wassergekühlten Motor und einen Gitterrohrrahmen. Der Kardanantrieb ist neu auf der linken Seite. Die Leistung hat um rund 10% zugelegt. Die Drosselklappenbetätigung ist neu elektronisch geregelt, und die sehr leichtgängige Kupplung wird hydraulisch betätigt. Der neue Edelstahlauspuff produziert ein helleres Bollern als bei den älteren Modellen.

Technische Daten/Messwerte
Zweizylinder-Boxermotor, 1170 ccm, Wasserkühlung; Einspritzung und geregelter Kat., Vierventiler, Verdichtung 12.5:1, 125 PS bei 7700/Min., max. Drehmoment 125 Nm bei 6500/Min, Federweg v/h 19/20 cm, Leergewicht 246 kg, Gesamtgewicht max 450 kg, 6-Gang-Getriebe, Sitzhöhe 85-87 cm.
0-100 Km/h in 3.9 sec., 60-100 im 6. Gang 3.5 sec., Vmax 220 Km/h.
Verbrauch Landstrasse ca. 4.8 L/100 Km, bei moderater Gangart auch weniger. Daraus resultiert dank 20-L-Tank eine Reichweite von über 400 Km.

Fahreindrücke
Der Motor hat ab 2500/Min. bis gegen 8000 eine fulminante Beschleunigung. Die Vibrationen werden durch eine Ausgleichswelle wirksam unterdückt, der Motor ist laufruhig, der Auspuff produziert ein deutlich klopfendes Geräusch. Gut gefedert und mit wartungsarmem Kardan, informiert anhand vieler Anzeigen im Cockpit, reist der Fahrer äusserst angenehm. Die offen zur Schau gestellte Rahmenkonstruktion baut sehr leicht und ähnelt Ducati, die Front wurde schmaler gestaltet. Wegen der leichten Manövrierbarkeit hat man sujektiv das Gefühl, man fahre ein Mittelklasse-Bike.
Der Sattel ist nur für mittlere bis grosse Fahrer erklimmbar, deshalb ist auch der Lenker entsprechend gestaltet, die Sitzposition ist ziemlich aufrecht und entspannt. Die Scheibe ist zwar schmal, doch hoch genug, um den gröbsten Wind abzuweisen,

Fazit: Erstklassige Reisemaschine, sehr effizient im Benzinverbrauch, hohe Fertigungsqualität, sehr gute Fahrleistungen.
Wenn die Verbrauchsanzeige stimmt, hat diese 1200er im 'Alltagsbetrieb' auf einer Teststrecke von ca. 15 Km Landstrasse ungefähr den gleichen Verbrauch wie eine BMW 800 ST, was bei einem um 45% höheren Drehmoment erstaunlich ist.


Test Enduros

Cagiva Gran Canyon 900

Die Cagiva ist eine eher leichte Reiseenduro und wird vom 900er-Motor aus der Ducati SS angetrieben. Dementsprechend hat sie bei mittleren Drehzahlen den sprichwörtlichen phänomenalen Schub, kombiniert mit dem typischen lauten Bollern. Und dank etwas kürzerer Übersetzung sehr guten Anzug.

Technische Daten/Messwerte
Zweizylinder-V2-Motor, Hubraum 900 ccm, Luftkühlung, elektronische Einspritzung, ungeregelter Kat., 4 Ventile pro Zylinder, 70 PS bei 7000/Min, max. Drehmoment 78 Nm bei 5500/Min, Leergewicht vollgetankt 232 Kg, Sitzhöhe 82 cm, 6-Gang-Getriebe.
0-100 Km/h in 3.9 sec., Vmax 190 Km/h. Verbrauch 5.5-6 L/100 km.
Tankinhalt 20 L. Zwei Benzineinfüllstutzen für 2 getrennte Abteile!

Fahreindrücke
Die Cagiva ist extrem wendig und nimmt Wedelkurven mit sagenhafter Lässigkeit. Man hat das Gefühl, man sitze auf einer frisierten 250er-Maschine. Das Fahrwerk ist eher straff, was mit dem rassigen Motor gut zusammenpasst: Eine Kurvenräuberin, die am Pass manchen Supersportler abhängt. Der Wetterschutz ist allerdings eher mässig, und der Wendekreis ungewohnt gross. Das Modell wird nicht mehr gebaut.

Fazit: Handliche, rassige Reisemaschine mit leicht aggressivem Look, mittelmässig bis gute Fertigungsqualität, sehr gute Fahrleistungen.


Test Enduros

Triumph Tiger 955 i.e.

Die britische Variante zum Thema Reiseenduro hat einen Dreizylindermotor, den es auch im Modell Sprint gibt. Wegen den langen Federelementen kommt die Tiger optisch etwas hochbeinig daher, doch wenn man darauf sitzt, ist "alles ganz normal". Eine kleine Scheibe hält den gröbsten Wind ab, und die Instrumentierung ist ausserordentlich komplett. Bei höheren Drehzahlen geht das dezente Auspuffgeräusch in ein heiseres Fauchen über: Typisches Wildkatzenfauchen eben!

Technische Daten/Messwerte
Dreizylinder-Reihenmotor, Hubraum 955 ccm, Einspritzung und geregelter Kat., 4 Ventile pro Zylinder, 98 PS bei 8500/Min, max. Drehmoment 93 Nm, Leergewicht vollgetankt 257 Kg, Zuladung 228 kg, Sitzhöhe 84-86 cm, 6-Gang-Getriebe.
0-100 Km/h in 3.6 sec., Vmax 209 Km/h.
Verbrauch ca 5.2-5.6 L/100 km, Tankinhalt 24 L.

Fahreindrücke
Der Motor dreht ab 1500/Min sehr gut hoch und produziert praktisch keine Vibrationen. Die Sitzposition ist tourentauglich, der Windschutz gut. Die Federelemente arbeiten sehr geschmeidig, bügeln alles weg wie ein luftgefederter Citroen, und erlauben dennoch zügige Passagen am kurvenreichen Berg. Das Motorrad ist auch bei hohen Geschwindigkeiten stabil auf Kurs, ein Alleskönner. Bremsen und Schaltung funktionieren vorbildlich, und der Verbrauch ist geringer als bei vergleichbaren 2-Zylinder-Enduros.

Fazit: Dynamische und wendige Reisemaschine mit gutem Styling, einem hochwertigen Motor und guter Fertigungsqualität. Und das alles bei moderatem Verbrauch (5.0-5.3 L).


Test Enduros

Kawasaki KL-R 650

Rustikales Motorrad der Einzylinder-Hochbein-Fraktion mit laut knatterndem Dampfhammer. Modern ist daran, dass er Wasserkühlung, 4 Ventile und 2 Ausgleichswellen hat. Für Touren ist 1 Topcase als Zubehör erhältlich, die restliche Bagage wird auf den Soziussitz gebunden.

Technische Daten/Messwerte
Einzylinder-Motor, Vergaser, Hubraum 650 ccm, 4 Ventile pro Zylinder,
48 PS bei 6000/Min, max. Drehmoment 47 Nm bei 5000/Min,
Federweg 18/18 cm, Scheibenbremsen vorn und hinten.
Leergewicht vollgetankt 185 Kg, Sitzhöhe 84 cm, 5-Gang-Getriebe.
0-100 Km/h in 6.1 sec., Vmax 151 Km/h.
Tankinhalt 20 L.

Fahreindrücke
Der Charakter kann mit rauh, aber zackig beschrieben werden. Der Vierventiler stampft und ballert so energisch, dass er mehr Beschleunigung vortäuscht, als er wirklich produziert. Die tuckernden Vibrationen muss man mögen, sonst lieber Vierzylinder fahren. Die KL-R ist sehr handlich, hat eine allesschluckende weiche Federung, ist jedoch ab 120 km/h infolge schlechter Aerodynamik des Vorderradschutzblechs vorn etwas unruhig. Sehr geeignet für Bergstrassen und Pässe, sei's auch mit Schotterpistenbelag. Windschutz minimal, etwas kurze Sitzbank für Zweipersonenbetrieb. Starkes Bremsen führt zur Verwindung der Vordergabel.

Fazit: Dynamischer Oldie-Eintopf, wie es heute keinen mehr gibt. Für Single-Tramper. Vermittelt viel Abenteuer-Feeling. Aus ökologischer Sicht schlecht, da Abgase völlig unbehandelt ausgepufft werden, was man an der Ampel auch riecht.
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